THE GOLDEN THRONE

Tanz Musik Performance

Freitag, 19. Juli 2019, 20 Uhr, Kirche St. Maria, Tübinger Strasse 36, 70178 Stuttgart Abendkasse: Spende erwünscht

Künstler: Antje Jetzky – Tanz, Performance, Petra Stransky – Tanz, Stimme, Gabriela Velasco – Tanz, Performance, Ulrich Wedlich – Gitarre, Bühne, Performance, Gui Votteler – Technik, Idee, Konzept: [jetzky:wedlich]

über Machtrituale und Massenhaltungen

Der „goldene Sessel“ verleitet zum Besetzen. Doch wer setzt sich zuerst? Wer sitzt: herrscht, thront! Wieviele finden gleichzeitig Platz? Wie lange kann man die Zeit aussitzen bis der Stuhl wackelt? Auf dem Weg des Lebens bekommt jeder seine Ausgangsposition zu geteilt. Ähnlich sind die (Bewegungs)-muster mit denen wir unseren Weg meistern. Wir begegnen einander, schmieden Allianzen. Manchmal behindern wir uns gegenseitig, es kommt zum Wettstreit, wir kicken uns aus dem Leben. Doch ebenso kann es lustvoll und fröhlich zugehen. Das Leben als Tanz?

Die vier KünstlerInnen konfrontieren sich im Moment mit ihren Assoziationen und festgelegten Sequenzen. Es entsteht ein Abend voller Spannung und überraschender Improvisation.

[jetzky:wedlich] arbeiten gerne mit Künstlern unterschiedlichster Nationalitäten, regional, CO2 -bewusst, für alle Menschen. #glänzen statt ausgrenzen #Kunst ist frei! dievielen.de

PERFORMANCES

The Golden Throne – Tanz – Musik – Performance –  Freitag, 19. Juli 2019 – 20 Uhr – Kirche St. Maria http://st-maria-als.de

The Golden Throne – Installationen und Performances 19. – 21. September 2019 – ab 19 Uhr – Landesmuseum Stuttgart https://www.landesmuseum-stuttgart.de/besuch/hier-geht-was/

The Golden Throne – Kurzperformances                                                                                     19. Oktober 2019 – 19 – 24 Uhr – LIFT stuttgartnacht – Kirche St. Maria https://www.stuttgartnacht.de

The Golden Throne – zu Gast bei Petra Stransky im Landesmuseum Stuttgart November 2019 https://www.landesmuseum-stuttgart.de/besuch/hier-geht-was/

MACHTRITUALE UND MASSENHALTUNGEN

„Massenhaltung“ ist ein Arbeitsbegriff, an dem sich für uns Fragen entzünden. Wie ist das Verhältnis von Unterwerfer und Unterworfenen, oder sind diese sich unterwerfende?
Werden Individuen als Masse gehalten oder folgen sie, als Ergebnis eines evolutionären Prozesses, einem Herdentrieb?
Wer trägt welche Verantwortung?
Geht es um die Attraktivität, als Einzelner, in der Macht und Größe einer Masse aufzugehen?
Oder geht es um Sicherheit, Energieeffizienz und Verantwortungslosigkeit?

Unser Ziel ist, einige der Mechanismen von „Massenhaltung“ zu verstehen, einige Machtrituale körperlich zu probieren, transparent zu machen, Aufmerksamkeit und Interesse zu wecken und aus einem künstlerischen Think Tank heraus Reflexion und neue Blickwinkel zu öffnen.

In unserer Recherche beziehen wir uns auf die Ansätze der Philosophen Elias Canetti, Hannah Arendt und Michel Foucault.

Canetti unterscheidet geschlossene und offene Massen. Baulich geschlossene Massen beispielsweise sind meist „institutionalisierte Massen“ der Kirchen. Sie besitzen Regeln und Zeremonien, welche die Masse „abfangen“. „Lieber eine sichere Kirche voll von Gläubigen als die unsichere ganze Welt.“[12] Die Institution stellt demnach eine Zähmung des Massentriebes dar.

Hannah Arendt prägte den Begriff von der „Banalität des Bösen“.
Wann greifen Vorstellungen von Moral und Ethik oder ist alles evolutionäre Mechanik?

Michel Foucault zum Begriff Macht:
„Ein Ensemble von Handlungen, die sich auf mögliches Handeln richten, und sie operiert in einem Feld von Möglichkeiten für das Verhalten handelnder Subjekte. Sie bietet Anreize, verleitet, verführt, erleichtert oder erschwert, sie erweitert Handlungsmöglichkeiten oder schränkt sie ein, sie erhöht oder senkt Wahrscheinlichkeit von Handlungen, und im Grenzfall erzwingt oder verhindert sie Handlungen, aber stets richtet sie sich auf handelnde Subjekte, insofern sie handeln oder handeln können. Sie ist auf Handeln gerichtetes Handeln.“

WORK2018

work of 2018 many thanks to the wonderful dancers Petra Stransky, Daura Hernandez Garcia, Sawako Nunatani, great musician Ulrike Stortz, supporting fotographer Berit Erlbacher and Frank Post

About US

Seit 2005 erforschen Antje Jetzky und Ulrich Wedlich in Stücken die Kombination der Mittel Tanz, Musik und Bild. Es entstanden abendfüllende Bühnenprogramme und kürzere Performances, sowie Projekte mit angehenden Künstlern und Jugendlichen. Einen Schwerpunkt der Arbeit bilden Duo-Stücke in denen die beiden Künstler Lebensthemen ausloten, kollektiv inszenieren und performen. Dabei werden die Stücke im Zeitablauf immer wieder hinterfragt und erfahren durch eine neue Draufsicht und/oder die Zusammenarbeit mit anderen Künstlern (in jüngster Zeit Petra Stransky) Veränderungen.

2013 – 2014 Festivalreihe INVERSION in der Stuttgarter Marienkirche (festivalinversion.wordpress.com)

2013 – 2015 Kreativlabor mLAB (mlabblog.wordpress.com) das aus Mitteln des BMBF – Kultur macht stark – gefördert wurde.
Auszug aus den Arbeiten:
L’Opéra de la Lune – Tanz-Figuren-Musiktheater frei nach Jacques Prévert (Förderung durch die Stadt Stuttgart, Land Baden-Württemberg und Fonds Darstellende Künste)
Chrysalis | Puppenstube – Multimedialer Tanz-Musik-Raum, Einladung zum Festival Klangraum 2011
Sonata4two – Kammerstück für einen Komponisten und eine Choreografin
Her Space Room G – Einladung zum Raumstipendium JUST 2014 (Künstlerische Interimsnutzung der Calwer Passage in Stuttgart
Also sprach… Performance inspiriert durch Nietzsches Zarathustra 2015